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OpenMediaVault – Installation und Konfiguration im RAID-1

Wenn man ein NAS auf seiner eigenen Hardware installieren möchte, ist das freie Linux-Betriebssystem OpenMediaVault eine gute Wahl. In Kombination mit einem PC, in dem Ihr mehrere Festplatten im RAID-Verbund betreibt oder kleinen Serversystemen wie beispielweise den HP Microservern könnt Ihr so in wenigen Minuten ein leistungsfähiges NAS-System auf die Beine stellen. Wie das geht, möchten wir euch in dieser Anleitung zeigen.

Zunächst müsst ihr euch die ISO-Datei des Betriebssystems herunterladen. Dies findet ihr HIER. Diese ISO-Datei könnt ihr entweder auf CD brennen oder als USB-Stick bootbar machen. Falls Ihr einen USB-Stick nutzen möchten, können wir euch das Programm Unetbootin empfehlen. Hier müsst ihr nur die Imagedatei auswählen, das Ziellaufwerk auswählen und schon erstellt Unetbootin euch einen bootbaren USB-Stick mit OpenMediaVault.

Wir gehen in dieser Anleitung davon aus, dass drei Festplatten zur Verfügungen stehen. Auf Festplatte 1 wird OpenMediaVault installiert. Diese benötigt keine übermäßig große Kapazität, da hier wirklich nur das Betriebssystem und keine Daten gespeichert werden. Festplatte 2 und Festplatte 3 werden in einem RAID-1 betrieben (Gleiche Größe, Daten werden gespiegelt, eine Festplatte darf ausfallen, ohne dass Datenverlust entsteht).

Installation

Für die Installation empfehlen wir zunächst nur eine Festplatte anzuschließen, auf der OpenMediaVault installiert werden soll. Wir starten den PC und booten vom USB-Stick:

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Hier wählen wir „Install“ um den Installationsprozess zu starten

Nun geht es mit der Installation los, welche Einstellungen ihr wählen müsst, werden auf den folgenden Screenshots erklärt. In dieser Anleitung haben wir für jeden Schritt Screenshots erstellt, um euch die Installation und Konfiguration so einfach wie möglich zu gestalten. Außerdem könnt ihr so schon mal einen Eindruck gewinnen, wie die Handhabung von OpenMediaVault funktioniert, falls ihr nicht parallel selbst die Software installiert.

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Sprache auswählen: German – Deutsch

 

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Für die Bestimmung der Zeitzone wird auch hier Deutschland gewählt

 

Für das richtige Tastaturlayout wählen wir "deutsch"
Für das richtige Tastaturlayout wählen wir „Deutsch“

 

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Hier könnt ihr den Rechnernamen festlegen, beispielsweise „NAS“ oder wie hier „openmediavault“

 

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Da wir das NAS-System im lokalen Netzwerk aufbauen, kann hier „local“ stehen bleiben

 

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Festlegen des Root-Passworts. Auf der nächsten Seite muss das Passwort erneut eingegeben werden.

 

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Festlegen eines Spiegelserver, wir wählen Deutschland

 

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Hier können wir einen beliebigen Server in Deutschland auswählen.

 

Falls ihr in eurem Netzwerk einen Proxy benutzt, müsst ihr ihn hier eintragen
Falls ihr in eurem Netzwerk einen Proxy benutzt, müsst ihr ihn hier eintragen

Wenn der OpenMediaVault-Server Zugriff auf das Internet hat, können über das Webinterface Aktualisierungen und Erweiterungen heruntergeladen werden.

Installation abgeschlossen
Installation abgeschlossen

Das war es schon mit der Installation. Nun könnt ihr euer neu installiertes System zunächst ausschalten und die Festplatten für die Speicherung der Daten einbauen. Die Konfiguration des RAID-Verbundes können wir später bequem im Webinterface vornehmen.

Konfiguration

Wenn wir nun den Server starten, sollte angezeigt werden, unter welche Adresse das Webinterface zu erreichen ist.

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Erster Serverstart – die IP-Adresse des Servers wird angezeigt

Falls dies nicht der Fall ist, könnt ihr euch als „root“ mit eurem Passwort anmelden. Mit dem Befehl

zeigt der Server an, welche IP-Adresse ihm zugewiesen wurde. Die IP-Konfiguration kann später in der Weboberfläche geändert werden.

eth
Unter „eth0“ sehen wir die zugewiesene IP-Adresse (hier gelb hinterlegt)

Wir starten nun also an einem PC im Rechner den Browser und öffnen die Adresse:

http://192.168.178.51

Die IP-Adresse muss natürlich entsprechend eurer Konfiguration angepasst werden.

login omv
Login

Beim ersten Login müssen wir uns mit den Standard-Logindaten anmelden:

Benutzer: admin

Passwort: openmediavault

Es öffnet sich die Startseite von OpenMediaVault.

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So sieht die Startseite von OMV aus

Im ersten Schritt sollte das Passwort geändert werden. Dies kann unter „Allgemeine Einstellungen“ vorgenommen werden. Als nächstes wechseln wir zur „Aktualisierungsverwaltung“. Denn es ist ratsam, zunächst alle vorhandenen Updates zu installieren, um ggf. vorhandene Sicherheitslücken zu stopfen.

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Klick auf „prüfen“, dann alle Pakete anwählen und „Aktualisieren“ drücken

Es öffnet sich ein neues, kleines Fenster, in dem der Installationsstatus der Pakete angezeigt wird. Wenn die Installation der Updates abgeschlossen ist, kann das Fenster geschlossen werden. Nun kann mit der eigentlichen Konfiguration des NAS begonnen werden. Ein Klick auf Datenspeicher -> Reale Festplatte zeigt uns die Festplatten an.

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Anzeige der eingebauten Festplatten

Wir können drei Festplatten erkennen. Auf dem Laufwerk /dev/sda ist OpenMediaVault installiert. Die anderen beiden Laufwerde /dev/sdb und /dev/sdc werden für die Speicherung der Daten im RAID-1-Verbund benutzt. Die beiden Festplatten sollten die gleiche Größe haben. In diesem Beispiel sind sie jeweils nur 2 GB groß, da wir für diese Anleitung eine virtuelle Maschine benutzt haben und nur exemplarisch darstellen möchten, wie die Konfiguration funktioniert. Da die Festplatten in einem NAS-System oft viele Schreib- und Lesevorgänge durchführen und meisten 24/7 laufen, ist es sinnvoll, für diesen Betrieb vorgesehene Festplatte zu benutzen. Wir haben gute Erfahrungen mit den Western Digital Red Festplatten gemacht. Diese gibt es in unterschiedlichen Größen, für unsere Zwecke sind jeweils zwei 1 TB, 2 TB, 3 TB oder 4 TB Festplatten sinnvoll.

Nun zur Konfiguration des RAID1. Wir wechseln auf die Seite RAID-Verwaltung und klicken auf „Erstellen“.

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Name, Level und Laufwerke festlegen

Es kann ein frei wählbarer Name genutzt werden. In unserem Fall heißt es einfach „RAID1“. Als Level wählen wir Mirror, da die Daten auf beide Festplatten gespiegelt werden. Hier können auch andere RAID-Level eingestellt werden, beispielsweise RAID-10 oder RAID-5. Für unser RAID-1 wählen wir die beiden Festplatten /dev/sdb und /dev/sdc aus und klicken auf „speichern“. Nun werden die beiden Fesplatten „synchronisiert“ um den gleichen Datenstand herzustellen.

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Synchronisierung des RAIDs

Außerdem muss die Änderung der Konfiguration mit einem Klick auf „Anwenden“ in der gelben Leiste bestätigt werden. Erst wenn der Sync-Vorgang abgeschlossen ist, können wir fortfahren.

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Sync-Vorgang abgeschlossen, Zustand „active“

Für den letzten Schritt der Festplatten-Konfiguration erstellen wir ein Dateisystem. Das Laufwerk mit dem Betriebssystem wird in dieser Liste bereits angezeigt, mit einem Klick auf „erstellen“ können wir als Laufwerk unser Software-RAID auswählen und mit einem zu wählendem Dateisystem formatieren.

Dateisystem anlegen
Dateisystem anlegen

Nachdem das neue Dateisystem den Status online hat, muss es markiert werden und mit mit dem Button „Einbinden“ eingehängt werden. Nun ist das NAS grundlegend konfiguriert.

Jetzt möchten wir eine Freigabe erstellen auf die ein definierter Benutzer Zugriff hat. Natürlich bietet OpenMediaVault weitere Funktionen, wie FTP oder NFS, in dieser Anleitung beschränken wir uns zunächst auf diese einfache SMB-Freigabe.

OpenMediaVault - Benutzer anlegen
Benutzer anlegen

Dazu legen wir über „Benutzer“ und „hinzufügen“ einen neuen Benutzer an. Ihr könnt auch Gruppen bilden, in die Benutzer dann zugeordnet werden. Dies kann für die Steuerung von Zugriffsrechten durchaus Sinn machen. In diesem Beispiel erzeugen wir einen einfachen Benutzer – ohne Gruppe.

Einrichtung der Freigabe
Einrichtung der Freigabe

Auf der Seite „Freigegebene Ordner“ erstellen wir einen Ordner. Der Name kann frei gewählt werden, als Datenträgen wählen wir das erstellte RAID1. Die Zugriffsrechte sollten so gewählt sein, dass nur Administratoren und Benutzer Zugriff auf die Freigaben haben.

Festlegung der berechtigten Benutzer
Festlegung der berechtigten Benutzer

Unter „Privilegien“ bekommt der Benutzer Max die Lese- und Schreibrechte zugewiesen.

Unter SMB muss SAMBA aktiviert werden!
Unter SMB/CIFS muss SMB aktiviert werden!

Unter SMB/CIFS muss zunächst die Funktion aktiviert werden. Dazu klicken wir den Button „aktivieren“ und speichern die Einstellungen.

Der letzte Schritt muss auch auf der Seite SMB/CIFS vorgenommen werden. Wir wechseln zunächst auf die Seite „Freigaben“.

Samba-Freigabe einrichten

SMB-Freigabe einrichten

Dort auf „hinzufügen“ klicken, den angelegten Ordner auswählen und speichern. Das war’s!

Freigabe kann mit dem Benutzer geöffnet werden
Freigabe kann mit dem Benutzer geöffnet werden

Wenn Ihr nun mit eurem PC die Freigabe \\192.168.178.51 (eure IP entsprechend anpassen) öffnet und euch mit dem angelegten Benutzer einloggt, könnt ihr die Freigabe sehen und Daten ablegen.